Mischpult

Beispiel-Setup

Kleinmixer > Endstufe > Boxen

Diese Kombination bietet viel Gestaltungsspielraum, birgt aber auch gewisse Risiken und Unannehmlichkeiten. Bei der Suche nach dem geeigneten Mixer kann man sich ganz auf dessen Features konzentrieren und die Endstufe erst mal außer Acht lassen.

Kleinmixer
Endstufe

Bei der Endstufe gilt das gleiche: Hier hat man eine große Auswahl für alle Erfordernisse. Zunächst muss man sich jedoch entscheiden – soll es die klassische Endstufe mit Netztrafo oder die Variante mit Schaltnetzteil bzw. die vollständig digitale Endstufe werden? Ich beschränke mich hier auf erstere: die konventionellen Endstufen sind kostengünstig in der Anschaffung, langlebig und robust. Wie bei den Powermixern eine Anschaffung „für’s Leben“. Nachteile sind das hohe Gewicht und der Leistungsverlust durch Abwärme, also ein geringerer Wirkungsgrad. (Eine Endstufe mit Class D-Technik bietet hingegen enorme Leistung bei geringem Gewicht.)

Bei der klassischen, analogen Endstufe sollte eine passive Kühlung mit wärmeableitenden Metallrippen ausreichen, da hohe Leistung kaum abgerufen wird. Man sollte ihr aber rückenschonend ein extra Case spendieren, zusammen mit den Kühlrippen haben sie ordentlich Gewicht. Das Case selbst sollte mehr Höheneinheiten (HE) aufweisen als die Endstufe, so dass noch Platz für eine Lüfterblende zur besseren Luftzirkulation vorhanden ist. Wen die Optik nicht stört, kann die Blende auch weglassen.  Ausreichende Tiefe (Kühlrippen) und abnehmbare Klappe hinten sollten auch bedacht werden. 

2-Kanal Endstufe mit 2x 100 Watt.
In Verbindung mit 2 Lautsprechern lassen sich Stereo-Effekte realisieren
Lautsprecher 

Bei der Wahl der Lautsprecher ist im Hinblick auf die Drehleier wichtig, dass sie nicht zu stark mittenbetont sind, da Schnarrsaiten und -stege sich gerne durchdringend bemerkbar machen. Bewährt haben sich  bei mir 2-Wege PA-Lautsprecher mit einem Aufbau wie er auf dem Foto zu erkennen ist: 1 Tieftöner und Hochton-Horn. So kommen die aggressiven Mitten der Drehleier weniger zum Tragen. Aber wie so oft führt an Probehören kein Weg vorbei.  

Leichte PA-Box

Bei der Zusammenstellung von Endstufe und Boxen sollte darauf geachtet werden, dass die Leistung der Endstufe (Watt RMS) mindestens ebenso hoch ist wie die Angabe bei den Boxen. Besser ist noch, wenn die Werte der Endstufe darüber liegen, ca. 30 – 50%. (Es muss dann der erforderliche Pegel behutsam eingestellt werden.) Mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit hält sich der Irrglaube, dass die Leistung der Lautsprecher über denen der Endstufe liegen sollte, um noch „Reserven“ zu haben. Das Gegenteil ist der Fall! Ist die Endstufe zu schwach ausgelegt, und kommt leistungsmäßig an ihre Grenzen, so führt das zwangsläufig zum Clipping, also zu einer Übersteuerung besonders in den hohen Frequenzen, die die Lautsprecher, bevorzugt die Hochtöner bzw. Teile davon, zerstören können.

⚠️ Bei der Zusammenstellung von Endstufe und Lautsprechern zieht man im Zweifelsfall besser einen Experten hinzu. Das kann spätere Schäden am Equipment vermeiden helfen. Oder man entscheidet sich für

Kleinmixer > aktive Lautsprecher 

als gleichermaßen elegante wie problemlose Alternative. Hier sind Endstufe und Lautsprecher in einem Gehäuse untergebracht mit dem Vorteil kurzer Signalwege und aufeinander abgestimmten Komponenten ab Werk. Außerdem weisen die verbauten Endstufen oft noch zusätzliche nützliche Features auf. Diese Lösung bietet ein gutes Preis/Leistungsverhältnis; man bekommt reichlich gute Technik auch bei eher schmalem Musikerbudget. Dank Class D-Technik überstehen sie in der Variante mit Akku locker einen ganzen Abend.