Mischpult

Mixertypen

Digitalmixer

Was als erstes auffällt, ist der große Preisunterschied zwischen analogen Kleinmixern und Digitalpulten. Letztere sind deutlich teurer und scheiden oft schon wegen des hohen Preises aus. Der Vorteil von digitalen Mixern liegt hauptsächlich  in der Speicherbarkeit aller Einstellungen. So kann man beispielsweise  „per Knopfdruck“ in die Einstellungen für das nächste Stück wechseln oder Einstellungen entsprechend den räumlichen Gegebenheiten wechseln. Der Nachteil: Möchte man während des Spiels kurz mal nachregeln, so ist das nur schwer möglich, trotz Display und anderer Hilfen. Sämtliche Parameter wollen editiert werden, alle Zuweisungen der Regler müssen vorgenommen und abgespeichert werden. Kurz: Ein solcher Mischer will die volle Aufmerksamkeit. Die braucht man jedoch für das Spiel, insbesondere in der Live-Situation. Daher geht hier nur um die analogen Kleinmixer und ihre Varianten sowie ihre Kombinationsmöglichkeiten mit anderem Equipment. Auf die Features, denen hinsichtlich der Klangeigenschaften der Drehleier eine besondere Bedeutung zukommt, gehe ich ebenfalls ein.

Powermischer

Es war die Zeit, als die PA noch nicht erfunden war. Jeder E-Gitarrist, vom Leadgitarristen bis zum Bassisten, riss seinen Verstärker bis zum Anschlag auf und dann wurde gerockt. Wenn dazu gesungen wurde, musste der Gesang schließlich auch verstärkt werden. Zu diesem Zweck  wurden die Mikrofone an ein Mischpult mit eigenem Verstärkerteil angeschlossen und der Gesang an Lautsprecher häufig zweifelhafter Güte geleitet. Das war nicht weiter schlimm, weil man ohnehin kaum was davon hören, geschweige denn verstehen konnte. In jener grauen Vorzeit also nannte man das Ganze dann „Gesangsanlage“. Da Totgesagte bekanntlich länger leben, erfreut sich trotz PA dieses Mischpult mit eingebauter Endstufe auch heute noch großer Beliebtheit, zum Beispiel bei Alleinunterhaltern und anderen Musikern, die gerne ihr Equipment, so weit möglich, am Stück mit sich führen wollen und für die eine etwaige Erweiterung nicht notwendig ist. Nur dass dieses Gerät Powermixer heißt – wegen der integrierten Endstufe. Und für manche Anwendungen ist solch eine Kompaktlösung tatsächlich völlig ausreichend. Denn längst hat die Digitalisierung auch hier Einzug gefunden und statt Federhall findet man inzwischen durchaus hochwertige Effektprogramme vor. Also, vom Mischpult über die Effekte bis hin zur Endstufe alles am Stück, der Gedanke ist schon verlockend. Aber wie sieht es aus mit der Verwendung speziell für die Drehleier?

Bei mir nahm mit einem Powermischer alles seinen Anfang. Eher zufällig hatte ich ihn im Schaufenster eines kleines Musikgeschäfts gesehen. Gebraucht und preisgünstig, weil er über Jahre die Stücke einer Coverband mit allen seinen Mitteln unterstützt hatte. Ein robustes Gerät, Außer den Einstellungen gab es nichts zu tun. Praktisch selbsterklärend im Aufbau, konnte ich den Mischer in Betrieb nehmen, und tat was er sollte. Erst als der Wunsch nach Erweiterungen stärker wurde (die integrierten Effekte, nun ja…) habe ich ihn weiterverkauft, nahezu verlustfrei. Ich bin überzeugt, er verrichtet auch heute noch zuverlässig seinen Dienst. Soviel zur Vorgeschichte. Aber zur Sache: 

Bei Auftritten hat man vom Anschluss des Instruments über die Mischung bis zur Endstufe die volle Kontrolle über sein System. Und das sehr übersichtlich bei leichter Bedienbarkeit. Die Leistung der integrierten Endstufen sollte, je nach Auswahl, für kleine bis mittlere Räume bzw. für kleinere Bühnen im Freien allemal  ausreichen.

Ein weiterer Vorteil: Mit Ausnahme der Lautsprecher findet alles seinen Platz in nur einem Case. Das hat dafür aber ordentlich Gewicht, denn außer dem Mixer selbst – nebst Zubehör wie z.B. Kabel – kommt noch das Gewicht der Endstufe und das Eigengewicht des Case hinzu. Wohl deshalb haben manche Modelle einen großen Tragegriff.

Weniger geeignet ist ein Powermixer, wenn er daneben zu Aufnahmezwecken genutzt werden soll ( auch wenn er, wie die neueren Geräte, eine integrierte USB-Schnittstelle aufweist). Ganz gleich ob professionelles Studio oder Home-Recording, hier erweist sich die Endstufe als überflüssig. Aus guten Gründen werden meistens zum Abhören Aktivlautsprecher eingesetzt. Nahfeldmonitore, deren integrierte Endstufen präzise auf die jeweiligen Lautsprecher abgestimmt sind. 

Analoger Kleinmixer (mit u. ohne USB-Schnittstelle)

Mit USB-Schnittstelle für mich das Mittel der Wahl. Ob für den Live-Einsatz oder Recordingzwecke, die Fülle der Anwendungsmöglichkeiten macht ihn zum universellen Helfer. USB-Schnittstellen sind ideal, wenn man das Gerät sowohl für Live- als auch für Recordingzwecke einsetzen will. Für einen vergleichsweise geringen Aufpreis erhält man einen Mixer mit vollwertigem USB-Audiointerface, das – einzeln gekauft – deutlich teurer wäre. Viele Hersteller legen häufig eine Lizenz für die abgespeckte Version einer gängigen DAW (Digital Audio Workstation) bei, die gerade für Einsteiger alle wesentlichen Funktionen für eine eine gute Aufnahme bereitstellt. 

Ein weiterer Vorteil: Mit einer Software wie MainStage 3 (nur Mac) von Apple © ™ auf dem Computer, verbunden mit dem Mixer per USB-Schnittstelle, lassen sich für die Live-Performance alle Einstellungen vom einzelnen Stück bis zum gesamtem Konzert abspeichern. Der Rechner sollte allerdings mit einer SSD ausgestattet sein, um den Unwägbarkeiten mechanischer Laufwerke nicht ausgesetzt zu sein.

Vor einem Kauf sollte man aber in jedem Fall einen Blick ins Datenblatt des Mixers werfen. Häufig wird in den Spezifikationen zur USB-Schnittstelle lediglich eine Auflösung von 16 Bit aufgeführt. Eine 24 Bit-Wandlung ist in qualitativer Hinsicht in jedem Fall vorzuziehen.

Die meisten USB-Interfaces unterstützen derzeit noch USB 2.0 (Firewire und Thunderbolt aus Kostengründen mal außen vor gelassen), aber bei einem noch im Verkauf befindlichen Mixer wird tatsächlich das unsägliche USB 1.1 angeboten (Zeitpunkt: Abfassung des Beitrags). Genauer hinschauen lohnt sich also. Wer einen bereits vorhandenen Mixer ohne USB-Schnittstelle nutzt, diesen aber am heimischen Rechner anschließen möchte, kann dies mit einem externen USB-Audiointerface immer noch kostengünstig umsetzen. 

Sonderformen

und Nischenprodukte. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass noch Kleinmixer mit integrierter Aufnahmefunktion angeboten werden. Sie sind die konsequente Fortsetzung der 4-Spur Kassettenrecorder und der Minidisc-Aufnahmegeräte aus einer Zeit, als die PCs für Aufnahmezwecke weder ausreichende Speicherkapazität noch Leistungsfähigkeit der Prozessoren aufwiesen. Diese Aufnahme- und Wiedergabefunktionen im Pult erreichen nicht annähernd den Umfang einer beigelegten DAW-Lizenz. Die Grenzen solcher Mixer sind fließend zu den heutigen portablen Mehrspur-Recordern mit aktuellen Speichermedien (digitale Kompaktstudios). Zu nennen wären noch DJ-Mixer, Multitracker, Aktiv-Boxen mit integriertem und herausnehmbaren Mischpult, auch batteriebetriebene, sogar als Trolley, um in Fußgängerzonen arglose Passanten zu beschallen und viele mehr.