Sonstige Karten

Alte Postkarten aus Deutschland mit Darstellungen der Drehleier sind sehr rar. Eine der wenigen ist eine Künstlerkarte von Arthur Thiele. Was auf den ersten Blick nach einer harmlosen Karikatur aussieht, offenbart bei genauerer Betrachtung der abgebildeten Figuren die – aus deutscher Sicht – Feindbilder der damaligen Zeit: Frankreich, Russland und England. Auch dieser Künstler war Anhänger dieses ausgeprägt nationalistischen Weltbilds.

Künstlerkarte ohne Titel von (Carl Robert) Arthur Thiele (1860 – 1936)

Die recht detaillierten Darstellungen der Musikinstrumente rühren vermutlich daher, dass er als Sohn eines Instrumentenmachers schon früh Kontakt mit Musikinstrumenten hatte.

Diese Abbildung wurde auch als Glückwunschkarte mit entsprechender Beschriftung (Neujahr, Geburtstag) gedruckt.

Der Maler Nathaniel Sichel (1843 – 1907) schuf eine Reihe von Gemälden mit Abbildungen der Drehleier als dekoratives Element. Es ging dabei nicht um das Instrument selbst sondern nur darum, seine zahlreichen Portraits von Frauen möglichst fremdländisch wirken zu lassen; bezeichnet als „Südländerin“, Römerin“ oder ähnlich. Hierbei war Authentizität nicht gefragt, „orientalisch“ sollten sie wirken oder was er und seine Zeitgenossen dafür hielten, ob mit Zitrusfrüchten in der Hand oder mit einer Drehleier in desolatem Zustand. Gerne wurden dem Zeitgeschmack folgend seine Bilder später als Holzstiche in Zeitschriften wie „Die Gartenlaube“ reproduziert.

Cizinka. Das Mädchen aus der Fremde.

Nach einem Gemälde von Nathaniel Sichel (1843 – 1907)

Im weiteren Sinn könnte man die folgende Abbildung mit Drehleier und Dudelsack als Reklamekarte bezeichnen: Für die Galerie Alter Meister und für … Nudeln. Rückseitig im Feld für die Briefmarke der Werbetext „TUGER’S Eier-Nudeln u. Maccaroni Marke SILBEREI sind die Besten!

Die wandernden Musikanten

Nach einer Radierung von Rembrandt

Galerie alter Meister

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