Auvergne

Keine der (alten) Regionen Frankreichs wird so unmittelbar mit der Drehleier assoziiert wie die Auvergne. Dies findet auch seinen Niederschlag in der Anzahl und der Ausgestaltung alter Ansichtskarten. Man gewinnt den Eindruck, dass die Auvergnats in dieser Zeit ständig und ohne erkennbaren Anlass auf staubigen Straßen und Plätzen Bourrée tanzten und ein ausgelassenes, sorgenfreies Leben führten.

Die Lebenswirklichkeit war schon lange eine andere: Das ganze 19. Jahrhundert war in Europa geprägt von Armutsmigration. So waren Mitte des 19. Jahrhunderts auch große Teile der Bevölkerung in der Auvergne gezwungen, wegen Missernten durch Reblaus-Epedemien und der zunehmenden Industrialisierung in die Hauptstadt abzuwandern, sich dort niederzulassen und eine neue Existenz aufzubauen. Häufig im Kohlenhandel und mit angeschlossenem Bistro (Café-Charbons). So entstand in Paris zunächst eine Subkultur der Auvergnats mit ihrer musikalischen Tradition, die sich im Lauf der Zeit veränderte und später den berühmten Pariser bal- musette hervorbrachte.

Joueur de Vielle

Gleichwohl blieben viele Drehleierspieler in ihrer Region und pflegten weiter die musikalische Tradition. Teilweise sind sie heute noch namentlich bekannt, von anderen wiederum sind die Namen nicht überliefert.

Vielleur et cabretaire

Häufig sind sie zusammen abgebildet mit Spielern der Cabrette, dem typischen Dudelsack der Auvergne.

Erstelle deine Website auf WordPress.com
Jetzt starten