Feste und Märkte

Wo gefeiert und gehandelt wurde, durfte Musik nicht fehlen, ob auf ländlichen Festen oder auf Märkten. In Feierlaune saß das knappe Geld vielleicht lockerer als im tristen, von Existenznöten bestimmten Alltag der ländlichen Bevölkerung. Beim Handel auf dem Markt musste es ohnehin greifbar sein. Gespielt wurde zum Tanz im Dorf oder Aufmerksamkeit suchend auf den zahlreichen Messen und Märkten. Dudelsack und Drehleier waren lange Zeit bevorzugte Instrumente, alleine wegen ihrer akustischen Durchsetzungskraft. Ein großes Publikum war den Musikern bei solchen Anlässen sicher, größer wohl als sonst auf den Straßen und Plätzen.

Ländliches Fest. Radierung (anonym) nach A. v. Ostade, 1900

In diesen historischen Darstellungen erkennt man die Drehleier häufig erst bei genauerer Betrachtung. Im Treiben der Menschenmenge geht sie unter wie andere Gegenstände auch, wird durch den Umhang des Spielers verdeckt oder ist – fast beiläufig – irgendwo abgelegt.  

Kupferstich von Ernst Ludwig Riepenhausen (1762 – 1840). Kopie nach Hogarth: Jahrmarkt von Southwark
Drehleierspielerin und Drehorgelspieler. Kol. Lithografie um 1825

Eine der seltenen Darstellungen – wenn nicht die einzige, in der Drehleier und Drehorgel zusammen abgebildet sind.

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