Bresse

Eine Region mit einer langen, reichen Drehleier-Tradition, die zudem gut dokumentiert ist. Das betrifft sowohl Instrumentenbauer und Spieler wie auch die Verbreitung der Instrumente. Es finden sich einfache, rustikale Drehleiern ebenso wie hochentwickelte lautenförmige Drehleiern. Insbesondere im 19. Jahrhundert wurden in der Bresse selbst und in angrenzenden Gebieten zahlreiche Drehleiern gefertigt. Diese musikalische Tradition spiegelt sich auch in der Anzahl der erhaltenen Ansichtskarten wieder.

Wie in anderen Regionen trifft man bei den Bildinhalten überwiegend auf die gängigen Rekonstruktionen von bedeutsamen Lebenssituationen wie Hochzeit

und Taufe

oder manchmal nur auf ein folkloristisches Gruppenbild. Die markanten Kopfbedeckungen der Damen verweisen unverwechselbar auf die Bresse, die Herren tragen auf diesem Foto hingegen nur eine einfache Mütze.

Auffällig oft sind diese Inszenierungen karikaturhaft verzerrt, mit gleichen Akteuren in wechselnden Rollen,

nicht nur bei Gruppenbildern, auch bei Einzeldarstellungen von Drehleierspielern.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Selbst der bekannte Maler und Grafiker Gustave Doré (1832 – 1883) hat mehrfach die Drehleier in der Bresse bei festlichen Ereignissen künstlerisch verarbeitet und die dargestellten Personen ebenfalls stark überzeichnet.

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