Alte Ansichtskarten

Fotografieren war erschwinglich geworden, der Massenproduktion beliebig reproduzierbarer Abbildungen waren technisch keine Grenzen mehr gesetzt.  Neue Märkte wurden erschlossen und neue Industriezweige rund um die Herstellung von Karten etablierten sich. Um 1900 war die Ansichtskarte zu dem neuen Medium avanciert. Nicht nur günstig in der Herstellung, auch die Kaufpreise machten die Ansichtskarte in der Bevölkerung populär und wurden schnell zum Sammelobjekt für jedermann. 

Nur mit einer Wertmarke versehen, konnte eine solche Karte – zumindest theoretisch – jeden Ort der Welt erreichen. Das machte die Ansichtskarte bald zu einem wichtigen Werbeträger für Produzenten. Konnten auf diese Weise doch mehr und neue Käuferschichten erreicht werden als je zuvor. So entstanden zur gleichen Zeit unzählige Reklame- und Sammelkarten, die alleine oder als Beilage zu einem Produkt Kaufanreize schaffen sollten. Ansonsten brotlose Maler konnten mit sogenannten Künstlerkarten wenigstens ihren Lebensunterhalt sichern.

Und nicht zuletzt: Auch für Musiker wurde die Ansichtskarte zu einem wichtigen Mittel der Selbstvermarktung. Wohl deshalb brachten manche  Drehleierspieler ganze Serien von Karten über sich und ihre Instrumente in Umlauf.

(Die Zuordnung der französischen Ansichtskarten nach den (alten) Regionen bzw. historischen Provinzen orientiert sich weitgehend nach deren Titel, sofern diese nicht grob fehlerhaft sind. Die Bezeichnung „Region“ in den zugehörigen Texten ist in einem weiteren Sinn zu verstehen, als Gegend, nicht als strenge territoriale Eingrenzung.)